Was ist Erdwärme?
Unsere Erde steckt voller Energie. Je tiefer man ins Erdinnere vordringt, desto heißer wird es. Im heißen Kern der Erde herrschen sogar Temperaturen von mehr als 5.000 Grad Celsius. Das große Temperaturgefälle zwischen dem heißen Kern und der kühlen Oberfläche sorgt dafür, dass ständig Wärme aus der Tiefe in Richtung Oberfläche strömt – über Millionen Jahre hinweg. Die Erdwärme ist damit eine regenerative Energie, die jederzeit, unerschöpflich und fast überall auf der Erde zur Verfügung steht.
In den obersten 10 bis 15 Metern des Untergrundes bestimmen noch atmosphärische Faktoren die Temperatur des Bodens: etwa die Sonneneinstrahlung oder versickerndes Regenwasser. Darunter steigt die Temperatur wegen des Wärmestroms aus dem Erdinneren kontinuierlich an – alle 100 Meter um durchschnittlich 3 Grad Celsius. Ab einer Tiefe von 2.000 Metern gilt der Untergrund als heiß genug für die Erzeugung von Fernwärme. Mithilfe der Tiefengeothermie wollen wir die in der Erde vorhandene Wärmeenergie nutzen.
Geothermie in Bayern
Mehr als 40 Geothermie-Anlagen sind mittlerweile in Deutschland in Betrieb. Einige weitere Anlagen befinden sich derzeit im Bau und über 150 Projekte in Planung. Die mit Abstand wichtigste Region für die Erdwärme-Nutzung in Deutschland ist Bayern. Dank der idealen geologischen Bedingungen entfallen fast 95 Prozent der deutschen Wärmeleistung aus Tiefengeothermie auf den Freistaat – eine Erfolgsgeschichte.
28 Anlagen sind bislang zwischen Straubing und dem Münchner Süden in Betrieb. Die meisten von ihnen liefern schon jahrzehntelang zuverlässig Energie. Besonders gut geeignet ist die Tiefengeothermie für die Wärmeversorgung in Ballungszentren wie Nürnberg.
So wird die Erdwärme zur Heizenergie
Damit die Erdwärme zum Beheizen von Gebäuden genutzt werden kann, ist eine Bohrung in die Tiefe die Grundvoraussetzung. Durch diese Bohrung wird Wasser, das sich in der Tiefe auf natürliche Weise erwärmt hat, an die Oberfläche gefördert.
In einem Heizwerk gibt das geförderte Wasser seine Energie über einen Wärmetauscher an das Fernwärmenetz ab. Anschließend wird das Wasser über eine zweite Bohrung zurück in die Tiefe geleitet. Hier kann es sich erneut erwärmen – ein perfekter, umweltfreundlicher Kreislauf.
Ebenfalls ein geschlossener Kreislauf ist das Fernwärmnetz. Über gut isolierte Leitungen fließt hier das erwärmte Wasser zu den angeschlossenen Gebäuden. Hier gibt es eine Übergabestation, in der die Wärme schließlich auf das Heizungswasser des Hauses übertragen wird. Auch hier bleiben die Wassersysteme sauber getrennt – nur die Wärme wandert weiter.
Projektleiter Dominik Maier
erdwaerme-franken@n-ergie.de