Über Erdwärme Franken
Was bisher geschah und wie es weitergeht:
Die Untersuchung des Erdwärme-Potenzials ist sehr komplex und dauert mehrere Jahre. Die notwendige Erlaubnis hat das zuständige Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie 2023 erteilt. Vor möglichen Probebohrungen stehen umfangreiche Voruntersuchungen: Nach der ersten Erkundung mit einem Spezialflugzeug 2024 und umfangreichen Analysen 2025 beginnt die N-ERGIE voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine präzise Untersuchung des Untergrunds.
Unser Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme
Erdwärme ist ein Bodenschatz. Wer die Erdwärme nutzen will, muss sich in Deutschland an feste Regeln halten. Die Genehmigung für Untersuchungen in einem sogenannten „Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme“ hat uns das zuständige Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Jahr 2023 erteilt.
Das Erlaubnisfeld ist knapp 200 Quadratkilometer groß. Es umfasst das Nürnberger Stadtgebiet, streift aber auch die Stadt Fürth sowie die Landkreise Fürth, Nürnberger Land und Roth.
„Rosinenbomber“ auf besonderer Mission
Ein Flugzeug, das in die deutsche Geschichte eingegangen ist, hat an der Zukunft der Energieversorgung in unserer Region mitgewirkt: Eine Maschine vom Typs Douglas DC-3, bekannt als „Rosinenbomber" der Berliner Luftbrücke, hat die Region im April 2024 abgeflogen und dabei mehr als 2.500 Kilometer zurückgelegt.
Zu sehen war das Spezialflugzeug vor allem im Stadtgebiet von Nürnberg, aber auch in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth, Forchheim, Erlangen-Höchstadt, Roth, Neumarkt und Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim. Ausgestattet mit modernster Technik sammelte die historische Maschine wichtige geophysikalische Daten über den Untergrund.
Experten bestätigen Energiepotenzial
Mit den gesammelten Daten und den bereits bestehenden Kenntnissen haben Experten Karten erstellt, um das Energiepotenzial im Untergrund unserer Region zu bewerten. Diese zeigen, dass insbesondere der Nürnberger Süden für die Energiegewinnung aus Erdwärme geeignet scheint.
Auf dieser guten Grundlage haben wir beschlossen, unser Erdwärme-Projekt fortzusetzen. Hierfür sind aber noch weitere umfangreiche Analysen und Bewertungen des Untergrunds erforderlich. Unter anderem benötigen wir 2D-Seismik-Messungen mit Spezialfahrzeugen, für deren Einsatz wir derzeit die erforderlichen Genehmigungen einholen.
Ultraschall-Untersuchung des Untergrunds
Die Nutzung der Erdwärme ist abhängig von geeigneten Gesteinsschichten im Untergrund. Mit der 2D-Seismik, einer Art Ultraschall-Untersuchung für den Boden, machen wir uns auf die Suche nach diesen Schichten. Zum Einsatz kommen spezielle Messfahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks), die Schwingungen in den Untergrund schicken.
Diese Schallwellen werden von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich stark reflektiert. Von den an der Oberfläche verteilten Messgeräten, den sogenannten Geophonen, werden die reflektierten Schwingungen empfangen und gespeichert.
Die Methode der 2D-Seismik ist seit Jahrzehnten erfolgreich erprobt, auch in dichtbesiedelten Gebieten.