Erdwärme Franken

Energie aus der Tiefe für die Metropolregion

Übersichtskarte

Das Messgebiet

Aktuell sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Der Streckenverlauf steht grob fest. Sensible Bereiche werden vorab begutachtet und umfahren oder es werden Messpunkte ausgelassen.
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Pressemitteilung

2D-Seismik-Messungen starten

Voraussichtlich am 9. November 2026 beginnen in und um Nürnberg 2D-Seismik-Messungen. Mit Hilfe spezieller Messfahrzeuge, sogenannter Vibro-Trucks, untersucht die N-ERGIE den Untergrund, um die Voraussetzungen für eine mögliche Nutzung von Tiefengeothermie zu erkunden.
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Interview

Mit Hightech in die Tiefe

Wie findet man eigentlich heraus, ob sich tief unter der Erde Erdwärme nutzen lässt? Eine wichtige Rolle spielen dabei Seismik-Messungen. Dr. Ingo Raufuß erklärt im Interview, wie das Verfahren funktioniert und welche Erkenntnisse die Untersuchungen Anfang 2026 in Erfurt gebracht haben.
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Magazin

Mit Schall auf der Suche nach Wärme

Welcher Wärmeschatz liegt unter unseren Füßen verborgen? Mit speziellen Vibro-Trucks, modernster Messtechnik und Schallwellen blickt die N-ERGIE bald tief in den Untergrund.
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Aktuelles

BR-Frankenschau: Studiotalk

Erdwärme für Franken? Projektleiter Dominik Maier war in der Frankenschau aktuell des Bayerischen Fernsehens zu Gast. Er erklärt, warum Erdwärme eine gute Ergänzung für die Wärmeversorgung sein kann und wie es mit dem Projekt „Erdwärme Franken“ weitergeht.
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Unsere regionale Energiequelle

Erdwärme Franken

Tief unter unseren Füßen befindet sich ein kostbarer Schatz: die natürliche Wärme aus dem Inneren der Erde. Diese unerschöpfliche Energiequelle wollen wir mit einem zukunftsweisenden Projekt erschließen.  

Unser Ziel ist, Haushalte und Unternehmen mit regionaler Wärme zu versorgen. Mit moderner, zuverlässiger Technik schaffen wir eine unabhängige Energieversorgung.  

Unsere Motivation

Eine zukunftsfähige Fernwärme-Erzeugung 

Schon heute stammen rund 30 Prozent der Nürnberger Fernwärme aus nicht-fossilen Quellen. Um die Fernwärme-Erzeugung weiter zu dekarbonisieren, werden wir in den kommenden Jahren weitere Bausteine (zum Beispiel durch Großwärmepumpen oder den Bau eines Altholz-Heizkraftwerks) umsetzen. 

Wir untersuchen auch wie wir die großen Vorteile der Erdwärme für unsere künftige Wärmeversorgung nutzen können. Deshalb arbeiten wir mit renommierten Experten auf dem Gebiet der Tiefengeothermie zusammen. 

© N-ERGIE, Bernhard Bergauer
© N-ERGIE, Bernhard Bergauer
Überblick

Unsere bisherigen Schritte

2D-Seismik

Nach der ersten Erkundung mit einem Spezialflugzeug 2024 und umfangreichen Analysen 2025 beginnen wir voraussichtlich ab dem 9. November 2026 eine präzise Untersuchung des Untergrunds. Mit sogenannten 2D-Seismik-Messungen – einer seit Jahrzehnten etablierten Untersuchungsmethode – werden wir den Untergrund in der Metropolregion noch genauer unter die Lupe nehmen.

Ziel ist es, die Metropolregion zu erkunden und möglichst großräumig ein besseres Bild des Untergrunds zu bekommen. Daher untersuchen wir nicht nur Nürnberg, sondern auch die umliegenden Gemeinden und Städte, was die Chance eröffnet, gemeinsam die regionale Energiequelle Erdwärme zu erschließen.

Die Planungen für die 2D-Seismik-Messungen werden im Vorfeld vom Bergamt Nordbayern geprüft und genehmigt. Parallel informieren wir die Landkreise und Kommunen, in denen die Spezialfahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks) im Rahmen der Messungen unterwegs sein werden.

© N-ERGIE

Experten bestätigen Energiepotenzial 

Mit den gesammelten Daten und den bereits bestehenden Kenntnissen haben Experten Karten erstellt, um das Energiepotenzial im Untergrund unserer Region zu bewerten. Diese Karten zeigen, dass insbesondere der Nürnberger Süden für die Energiegewinnung aus Erdwärme geeignet scheint.  

Auf dieser guten Grundlage haben wir beschlossen, unser Erdwärme-Projekt fortzusetzen. Hierfür sind aber noch weitere umfangreiche Analysen und Bewertungen des Untergrunds erforderlich. Unter anderem benötigen wir 2D-Seismik-Messungen mit Spezialfahrzeugen, für deren Einsatz wir derzeit die erforderlichen Genehmigungen einholen. 

© Bell Geospace

„Rosinenbomber“ auf besonderer Mission

Ein Flugzeug, das in die deutsche Geschichte eingegangen ist, hat an der Zukunft der Energieversorgung in unserer Region mitgewirkt: Eine Maschine vom Typ Douglas DC-3, bekannt als „Rosinenbomber“ der Berliner Luftbrücke, hat die Region im April 2024 abgeflogen und dabei mehr als 2.500 Kilometer zurückgelegt.

Zu sehen war das Spezialflugzeug vor allem im Stadtgebiet von Nürnberg, aber auch in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth, Forchheim, Erlangen-Höchstadt, Roth, Neumarkt und Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim. Ausgestattet mit modernster Technik sammelte die historische Maschine wichtige geophysikalische Daten über den Untergrund.

© Bell Geospace, Philipp_Prinzing

Unser Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme

Erdwärme ist ein Bodenschatz. Wer die Erdwärme nutzen will, muss sich in Deutschland an feste Regeln halten. Die Genehmigung für Untersuchungen in einem sogenannten „Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme“ hat uns das zuständige Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Jahr 2023 erteilt.  

Das Erlaubnisfeld ist knapp 200 Quadratkilometer groß. Es umfasst das Nürnberger Stadtgebiet, streift aber auch die Stadt Fürth sowie die Landkreise Fürth, Nürnberger Land und Roth.  

© N-ERGIE

Ultraschall-Untersuchung des Untergrunds

Die Methode

Die Nutzung der Erdwärme ist abhängig von geeigneten Gesteinsschichten im Untergrund. Mit der 2D-Seismik, einer Art Ultraschall-Untersuchung für den Boden, machen wir uns auf die Suche nach diesen Schichten. Zum Einsatz kommen spezielle Messfahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks), die Schwingungen in den Untergrund schicken.

Diese Schallwellen werden von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich stark reflektiert. Von den an der Oberfläche verteilten Messgeräten, den sogenannten Geophonen, werden die reflektierten Schwingungen empfangen und gespeichert.

Die Methode der 2D-Seismik ist seit Jahrzehnten erfolgreich erprobt, auch in dichtbesiedelten Gebieten. Besonders überwacht werden die ausgesendeten
Schallwellen an den Gebäuden im direkten Umfeld der Messungen. So wird sichergestellt, dass die Schwingungen stets unterhalb der vorgeschriebenen Richtwerte bleiben.

Nach dem Abschluss der Messungen sammeln wir die Geophone wieder ein. Die kleinen Geräte sind ungefährlich und nahezu wertlos, liefern unseren Expertinnen und Experten aber die unverzichtbaren Daten für unser Projekt.

Vibro-Trucks

Die Messungen

Die Vibro-Trucks fahren entlang von vorher festgelegten Messlinien. Alle 20 bis 40 Meter hält der Konvoi an, um Schallwellen in den Untergrund zu schicken. Vergleichbar mit einer Wanderbaustelle kommen die Vibro-Trucks nur langsam vorwärts, so dass es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen kommen kann.

In unmittelbarer Nähe der Spezialfahrzeuge sind die Schwingungen spürbar und die Motoren der Vibro-Trucks sind deutlich zu hören.

Bevor die Straßen und Wege befahren werden oder Grundstücke zum Auslegen von Geophonen betreten werden, holen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des von uns beauftragten Unternehmens GEOPS GmbH alle notwendigen Zustimmungen wie etwa Wegerechte ein. Auch alle relevanten Behörden (zum Beispiel für Tiefbau, Verkehr sowie Natur-, Wasser- und Denkmalschutz) werden von uns eingebunden.

Übersichtskarte

Das Messgebiet

Aktuell sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Der Streckenverlauf steht grob fest. Sensible Bereiche werden vorab begutachtet und umfahren oder es werden Messpunkte ausgelassen.

Die Messarbeiten starten voraussichtlich ab 9. November 2026 und dauern etwa vier Wochen. Die Arbeiten umfassen das Platzieren von kleinen gelben Messgeräten (Geophonen) und den Einsatz von Vibro-Trucks.

Die Karte zeigt die aktuelle Grobplanung der Messlinien für die Seismik-Untersuchungen im Projekt Erdwärme Franken.

Wissen rund um Erdwärme

Erdwärme ist eine einfache und zuverlässige Energiequelle, die sich regional unterschiedlich gut nutzen lässt. Aber was ist Erdwärme genau, wo kommt sie vor und wie kann man Erdwärme zum Heizen nutzen?

  • Was ist Erdwärme?
  • Geothermie in Bayern: ein Überblick
  • So wird Erdwärme zur Heizenergie
  • Eine Energiequelle voller Vorteile
  • „Wir machen unsere Fernwärme-Erzeugung mit zahlreichen innovativen Projekten Schritt für Schritt noch zukunftsfähiger. Neben dem Einsatz von Großwärmepumpen und dem Bau eines Altholz-Heizkraftwerk bietet vor allem die Tiefengeothermie ein großes Potenzial, das wir intensiv untersuchen und in Zukunft nutzen wollen. Mit unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Projekt-Beteiligten treiben wir gemeinsam erfolgreich die Wärmewende voran. ”
  • „Die Nutzung von Erdwärme bietet die große Chance, unsere Stadt unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die N-ERGIE spielt dabei eine entscheidende Rolle als verlässlicher Partner, der mit Innovationskraft und Engagement die Wärmewende vorantreibt. Für die kommenden Schritte wünsche ich viel Erfolg, Mut und weiterhin eine starke Zusammenarbeit.”

Vorteile der Erdwärme

Jederzeit verfügbar – unabhängig von Wetter und Jahreszeit

Erdwärme ist rund um die Uhr nutzbar, egal es Tag oder Nacht ist, ob die Sonne scheint oder der Wind weht. So kann sie eine konstante Grundversorgung sicherstellen – eine Eigenschaft, die viele andere erneuerbare Energiequellen nicht in diesem Maß erfüllen können. 

Regionale Energie aus heimischem Boden 

Im Gegensatz zu Öl, Gas oder Kohle muss Erdwärme nicht importiert werden. Sie steht regional zur Verfügung. Das macht die Energieversorgung unabhängiger von internationalen Märkten und Krisen. Gleichzeitig entfallen lange Transportwege. 

Minimaler Platzbedarf  

Die Nutzung der Erdwärme benötigt wenig Platz. Im Gegensatz zu großflächigen Anlagen bleiben Natur, Siedlungsbild und Erholungsräume weitgehend unbeeinträchtigt. 

FAQ

Erdwärme allgemein
Was ist Erdwärme?

Erdwärme ist die im Erdinneren gespeicherte Wärme. Je nach Tiefe unterscheiden sich die Temperaturen stark: Durchschnittlich steigt in Deutschland die Temperatur um 3 Grad Celsius pro 100 Meter Tiefe. Im Erdkern werden Temperaturen von über 5.000 Grad Celsius vermutet.  

Woher kommt die Erdwärme?

Der größte Teil der Wärme im Untergrund hat sich bei der Entstehung der Erde vor rund 4,6 Milliarden Jahren gebildet und ist bis heute vorhanden. So strömt aus dem Erdkern ständig Wärme zur Oberfläche. Pro Tag strahlt die Erde etwa viermal mehr Energie ab, als wir Menschen verbrauchen. Trotz andauernder Abstrahlung in den Weltraum wird der Wärmevorrat nicht aufgebraucht, da ein großer Teil der Wärme laufend durch den natürlichen Zerfall radioaktiver Stoffe tief in der Erde erzeugt wird.  

Wo ist die Erdwärme verfügbar?

Theoretisch ist Erdwärme an jedem Ort der Erde verfügbar. Ob eine wirtschaftliche Erschließung der Energie aus dem Untergrund möglich ist, muss für jeden Standort einzeln untersucht werden. 

Was sind die großen Vorteile der Erdwärme-Nutzung?

Erdwärme ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr verfügbar. Im Gegenteil zu anderen erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windkraft liefert die Geothermie unabhängig von Klima, Tages- und Jahreszeiten. Das macht die Erdwärme grundlastfähig und hilft, große Mengen an klimaschädlichen Emissionen einzusparen. 

Wie gelangt man an die Erdwärme?

Um die Erdwärme zu erschließen, werden Tiefbohrungen benötigt. An der Oberfläche kann die Erdwärme dann über Fernwärmeleitungen zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern transportiert werden. 

Zum Projekt Erdwärme Franken
Warum hat die N-ERGIE ein Erdwärme-Projekt gestartet? 

Um weiter unabhängig von Erdgas und Energie-Importen zu werden, möchten wir unter anderem herausfinden, ob in Zukunft die Erdwärme zur Wärmeversorgung der Stadt genutzt werden kann.  

Im Rahmen unseres Erdwärme-Projekts soll geklärt werden, ob die Gewinnung von Erdwärme in Nürnberg technisch und für die Umwelt unbedenklich realisierbar ist, welches für den geologischen Untergrund optimal geeignete System eingesetzt werden kann und wo sich die günstigsten Standorte befinden. Bei der Erkundung und Nutzung tiefer Geothermie arbeiten wir mit renommierten Experten zusammen. 

Wie schnell ist Erdwärme in Nürnberg verfügbar?

Das Erdwärme-Projekt der N-ERGIE ist komplex. Allein die Untersuchung des Erdwärme-Potenzials für Nürnberg kann mehrere Jahre dauern. Bis es überhaupt mögliche Probebohrungen geben kann, sind umfangreiche Voruntersuchungen erforderlich. Diese haben wir 2023 gestartet. 

 

Wie ist der aktuelle Stand bei der Erdwärme-Erkundung?

Umfangreiche Voruntersuchungen und Analysen (unter anderem die Ergebnisse der geophysikalische Messflügen oder bereits bestehende geologische Kenntnisse der Region) haben ergeben, dass der Süden von Nürnberg am ehesten dafür geeignet scheint, um Erdwärme erschließen zu können.  

Gemeinsam mit renommierten Geothermie-Experten arbeiten wir daher weiter daran, das Gebiet für eine mögliche Probebohrung näher zu untersuchen und einzugrenzen. Zunächst sind weitere umfangreiche Analysen und Bewertungen des Untergrunds notwendig. Unter anderem stehen im Herbst 2026 sogenannte 2D-Seismik-Messungen mithilfe von Spezialfahrzeugen an, für die wir aktuell Genehmigungen einholen.  

Wie groß ist das Potenzial der Erdwärme in Nürnberg?

Im Idealfall könnte nach unseren Schätzungen eine fünfstellige Zahl an Haushalten über Erdwärme versorgt werden. 

Was wurde bei den Überfliegungen mit einem Spezialflugzeug im Jahr 2024 gemessen?

Ziel der Messung mit einem Spezialflugzeug im Jahr 2024 war es, geophysikalische Informationen über die Eigenschaften des Gesteins unter der Erde zu sammeln. Die Messung wurde von Bell Geospace geleitet und geflogen. Bell Geospace ist eines von weltweit drei Spezialunternehmen, die geophysikalische Erhebungen dieser Art durchführen.  

Das Flugzeug war mit einer speziellen Technologie ausgestattet, die es ermöglicht, Schwerefelder zu erkennen und zu messen, die man sonst nicht sehen kann. Die Untersuchung sammelte Informationen zur Erstellung geologischer Karten. Diese Karten werden für die Bewertung des geothermischen Energiepotenzials in dem Gebiet verwendet. Ziel ist die Auffindung von geeigneten Gesteinen oder Schichten. 

Wie tief muss gebohrt werden, um Erdwärme zu finden? 

Die Untersuchungen stehen noch relativ am Anfang. Die Tiefe einer möglichen Bohrung ist abhängig von den Ergebnissen der Analyse des Untergrunds und der verwendeten Technik. Die tiefsten Erdwärme-Bohrungen in Bayern reichen bis in eine Tiefe von 5.000 Metern.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Ansprechpartner für das Erdwärme-Projekt: 

Projektleiter Dominik Maier  

E-Mail: erdwaerme-franken@n-ergie.de 

 

Zu den Seismik-Messungen
An welchen Tagen und zu welcher Tageszeit finden die Messungen statt?

Die Seismik-Messungen finden voraussichtlich ab dem 9. November 2026 von montags bis samstags zwischen 6 und 22 Uhr statt.

Das ruhigere morgendliche und abendliche Umfeld ermöglicht eine deutlich höhere Datenqualität, da zusätzliche Schwingungen, etwa durch LKW- oder Straßenbahnverkehr, weitgehend vermieden werden.

Haben die Messungen Auswirkungen auf Gebäude und Infrastruktur oder Tiere und Pflanzen?

Gebäude: Die 2D-Seismik ist ein seit vielen Jahrzehnten erprobtes, nicht-invasives Messverfahren, das bereits in zahlreichen Innenstädten wie etwa in München oder Münster erfolgreich eingesetzt wurde. Während der Messungen werden die Bodenschwingungen fortlaufend erfasst, um sicherzustellen, dass die Vorgaben der DIN 4150-3 zu kurzfristigen Erschütterungen im Bauwesen eingehalten werden. Alle Schwingungen werden dokumentiert. Sollten die gemessenen Werte einen festgelegten Schwellenwert erreichen, der noch unterhalb dieser DIN-Norm liegt, wird die Intensität der Vibrationen umgehend reduziert. 

Infrastruktur: Bereits im Vorfeld der 2D-Seismik werden die Messstrecken in enger Abstimmung mit den Behörden so ausgewählt, dass sensible Infrastruktur wie Versorgungsleitungen nicht beeinträchtigt werden kann. Auch die Kampfmittelfreiheit entlang der Strecke wird vorab sorgfältig geprüft und sichergestellt. Sollten nach den Seismik-Messungen Schäden an Straßen oder Gebäuden gemeldet werden, übernimmt das von der N-ERGIE beauftragte Unternehmen, die GEOPS GmbH, die Dokumentation und Erfassung der Schäden sowie die Prüfung des Schadensverursachers. Im Bergrecht gilt bei Seismik-Messungen die Beweislastumkehr. Diese bedeutet: Bei einem angezeigten Schaden muss der Auftraggeber darlegen, warum der Schaden nicht von den Messungen ausgegangen sein kann. 

Tiere: Vor Beginn der Seismik-Messungen wird eine Artenschutzprüfung durchgeführt. Dabei wird geprüft, ob durch das Projekt artenschutzrechtliche Konflikte entstehen könnten, etwa während der Brut- oder Setzzeit. Die Prüfung benennt anschließend mögliche Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen, an die sich die N-ERGIE halten muss. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Messpunkte aufgrund von Fledermausquartieren verlegt oder ausgelassen werden müssen. Zudem werden Landwirtinnen und Landwirte sowie Pferdehalterinnen und -halter vorab informiert, damit sie ihre Tiere möglichst auf die Weide stellen können, da Nutztiere die Geräuschquelle in der Regel als weniger belastend empfinden, wenn sie sichtbar ist. 

Bäume: Die durch Vibro-Fahrzeuge erzeugten Schwingungen haben keine Auswirkungen auf gesunde Bäume, deren Wurzelwerk oder die Standsicherheit. Die Messungen erfolgen ausschließlich auf der Straße. Dadurch kommt es zu keiner Verdichtung oder direkten Beeinträchtigung des Wurzelbereichs. Die entstehenden Schwingungen sind zudem vergleichbar mit alltäglichen Belastungen durch Straßenverkehr, etwa durch LKWs. 

 

 

Wie sind die Messungen spürbar und hörbar?

Die Vibro-Trucks, die entlang der Strecke messen, erzeugen in etwa eine Geräuschkulisse wie ein benzinbetriebener Rasenmäher. Der Lärm ist jedoch nur vorübergehend, da die Fahrzeuge an jedem Messpunkt jeweils nur für rund 100 Sekunden aktiv sind und danach direkt zum nächsten Punkt weiterfahren.  

Die Vibrationen der Messfahrzeuge sind in der direkten Nähe der Fahrzeuge zu spüren. Die Vibrationen äußern sich durch ein Kribbeln in den Fußsohlen, wenn man neben den Fahrzeugen steht. Auch in Gebäuden, die direkt in erster Reihe an der Messstrecke stehen, können noch Vibrationen wahrnehmbar sein. 

Zusätzliche begleitende Messungen der Bodenschwingungen stellen sicher, dass die DIN 4150-3 (kurzfristige Erschütterungen im Bauwesen und Einwirken auf bauliche Anlagen) eingehalten wird. Weit unterhalb kritischer Schwellenwerten wird die Intensität der Vibrationen umgehend reduziert.  

Wie erfahre ich, wann und ob die Trucks auch in meiner Straße fahren?

Da die Messungen von den aktuellen Verkehrsverhältnissen abhängen, können die genauen Uhrzeiten im Vorfeld leider nicht festgelegt werden. Wir werden aber im Vorfeld über die Webseite, über Social Media und mit Handzetteln die wenige Tage vor den Messungen entlang der Messstrecke verteilt werden, informieren.  

Bei Fragen können Sie uns gerne eine E-Mail schreiben an: erdwaerme-franken@n-ergie.de.  

Muss ich eine Genehmigung erteilen, wenn die Seismik-Messung vor meinem Haus stattfindet?

Die N-ERGIE bzw. das von der N-ERGIE beauftragte Unternehmen, die GEOPS GmbH, holt Ihre Zustimmung ein, wenn Maßnahmen direkt auf Ihrem Grundstück stattfinden – beispielsweise wenn Messgeräte (Geophone) dort installiert werden. Findet die Messung ausschließlich im öffentlichen Straßenraum statt, ist keine Zustimmung der Grundstücks- oder Hauseigentümer notwendig.  

Bei Messungen im Straßenraum kann es sein, dass Ihr Haus für die Dokumentation der Schwingung ausgewählt wird. Dafür betritt ein Mitarbeiter der Messfirma für wenige Minuten Ihr Grundstück und überwacht die Messung mit einem Sensor. 

Wie wird sichergestellt, dass die Messung keine Schäden an den Gebäuden verursacht?

Es handelt sich um ein bewährtes Messverfahren im urbanen Raum. Bisherige Erfahrungen aus vergleichbaren, bereits stattgefundenen Messungen zeigen, dass keine Schäden an Gebäuden aufgetreten sind. Zu Dokumentationszwecken werden vor und nach der Messung öffentliche Bereiche bzw. der Zustand der Straßen im Rahmen einer Videobefahrung per Kamera erfasst. Zusätzlich dokumentieren Gutachter – bei Bedarf und nach individueller Rücksprache – bereits vorhandene Schäden an einzelnen Gebäuden. 

Die Messung selbst wird kontinuierlich überwacht. Sobald ein festgelegter Grenzwert erreicht wird (gemäß DIN 4150-3), wird die Messung sofort abgebrochen. So können mögliche Schäden zuverlässig verhindert werden. 

Auch Gebäude entlang der Messroute werden in die Sicherheitsbetrachtung einbezogen. Während der Messung wird die Schwingung direkt am nächstgelegenen Gebäude überwacht.

Wie lange dauern die Messungen und wo fahren die Vibro-Trucks genau?

Es sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Diese führen durch die Stadt Nürnberg, die Stadt Fürth sowie einzelne Orte in angrenzenden Landkreisen. Dazu zählen Feucht (Landkreis Nürnberger Land), Oberasbach, Stein und Zirndorf (Landkreis Fürth), Schwanstetten, Wendelstein und Rohr (Landkreis Roth) sowie Teile der gemeindefreien Gebiete Neunhofer Forst und Kraftshofer Forst (Landkreis Erlangen-Höchstadt).

Der Vorteil für die Kommunen in diesem Bereich: Die gesammelten Daten können einen Mehrwert für ihre eigene kommunale Wärmeplanung liefern und werden von der N-ERGIE geteilt. 

Die Spezialfahrzeuge, die sogenannten Vibro-Trucks, fahren eine vorher festgelegte Messroute - auf Straßen, (Feld-)Wegen oder landwirtschaftlichen Flächen. Daneben kommen kleine gelbe Messgeräte, die sogenannten Geophone, zum Einsatz. Diese werden in unmittelbarer Nähe zu den Messlinien ausgelegt - zum Beispiel auf Grünstreifen, Gehwegen oder in Vorgärten.

Auf unserer Übersichtskarte können Sie die Messlinien nachverfolgen. 

Was hat es mit den kleinen gelben Messgeräten auf sich?

Die kleinen gelben Kästchen sind sogenannte Geophone – hochempfindliche Messgeräte. Diese werden in unmittelbarer Nähe zu den Messlinien ausgelegt - zum Beispiel auf Grünstreifen, Gehwegen oder in Vorgärten. Sie zeichnen die Schallwellen auf, die bei der Erkundung in den Untergrund gesendet werden.

Unsere Bitte: Wenn Sie ein gelbes Gerät entdecken – einfach liegen lassen und nicht bewegen.

Denn jedes einzelne Geophon liefert wichtige Messdaten. Bereits kleine Lageveränderungen können die Messergebnisse beeinträchtigen. Die Geräte sind kein Spielzeug und kein Sammelobjekt und dürfen nicht bewegt oder entfernt werden. Die Geophone sind zudem mit GPS ausgestattet, sodass ihr Standort nachvollzogen werden kann.

Hinweis: Für das Auslegen und Einsammeln der Messgeräte sowie für die Erfassung an Gebäuden müssen Mitarbeitende der von uns beauftragten Fachfirmen GEOPS und Geofizyka Toruń vereinzelt Grundstücke betreten. Die Vorbereitungen hierfür starten bereits einige Tage vor den eigentlichen Messungen, voraussichtlich Anfang November.

© N-ERGIE, Max Wiederhold
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Für Informationen zum Projekt Erdwärme Franken:

Projektleiter Dominik Maier
erdwaerme-franken@n-ergie.de