Erdwärme Franken

Energie aus der Tiefe für die Metropolregion

Aktuelles

BR-Frankenschau: Studiotalk

Erdwärme für Franken? Projektleiter Dominik Maier war in der Frankenschau aktuell des Bayerischen Fernsehens zu Gast. Er erklärt, warum Erdwärme eine gute Ergänzung für die Wärmeversorgung sein kann und wie es mit dem Projekt „Erdwärme Franken“ weitergeht.
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Pressemitteilung

2D-Seismik-Messungen geplant

Nächster Schritt für das Projekt „Erdwärme Franken“ der N‑ERGIE: In der zweiten Jahreshälfte 2026 sollen sogenannte 2D-Seismik-Messungen den Untergrund in und um Nürnberg noch genauer unter die Lupe nehmen.
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Unsere regionale Energiequelle

Erdwärme Franken

Tief unter unseren Füßen befindet sich ein kostbarer Schatz: die natürliche Wärme aus dem Inneren der Erde. Diese umweltfreundliche und unerschöpfliche Energiequelle wollen wir mit einem zukunftsweisenden Projekt erschließen.  

Unser Ziel ist, Haushalte und Unternehmen mit sauberer, sicherer und regionaler Wärme zu versorgen. Mit moderner, zuverlässiger Technik schaffen wir eine nachhaltige und unabhängige Energieversorgung.  

Unsere Motivation

Die CO-neutrale Fernwärme-Erzeugung 

Die N-ERGIE leistet einen wichtigen Betrag zur Energiewende in unserer Region. Schon heute stammen rund 30 Prozent der Nürnberger Fernwärme aus umweltfreundlichen Quellen. In den kommenden Jahren werden wir den Anteil der erneuerbaren Energieträger durch unterschiedliche Bausteine (zum Beispiel durch Großwärmepumpen oder den Bau eines Altholz-Heizkraftwerks) schrittweise weiter steigern. 

Das Ziel auf unserem Klimaschutzpfad ist eine CO₂-neutrale Fernwärme-Erzeugung. Dazu wollen wir auch untersuchen, wie wir die großen Vorteile der Erdwärme für unsere künftige Wärmeversorgung nutzen können. Deshalb arbeiten wir mit renommierten Experten auf dem Gebiet der Tiefengeothermie zusammen. 

© N-ERGIE, Bernhard Bergauer
© N-ERGIE, Bernhard Bergauer
Unsere bisherigen Schritte

Unseren bisherigen Schritte

2D-Seismik

Nach der ersten Erkundung mit einem Spezialflugzeug 2024 und umfangreichen Analysen 2025 beginnen wir voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 eine präzise Untersuchung des Untergrunds. Mit sogenannten 2D-Seismik-Messungen – einer seit Jahrzehnten etablierten Untersuchungsmethode – werden wir den Untergrund in der Metropolregion noch genauer unter die Lupe nehmen.

Ziel ist es, die Metropolregion zu erkunden und möglichst großräumig ein besseres Bild des Untergrunds zu bekommen. Daher untersuchen wir nicht nur Nürnberg, sondern auch die umliegenden Gemeinden und Städte, was die Chance eröffnet, gemeinsam die regionale Energiequelle Erdwärme zu erschließen.

Die Planungen für die 2D-Seismik-Messungen werden im Vorfeld vom Bergamt Nordbayern geprüft und genehmigt. Parallel informieren wir die Landkreise und Kommunen, in denen die Spezialfahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks) im Rahmen der Messungen unterwegs sein werden.

© N-ERGIE

Experten bestätigen Energiepotenzial 

Mit den gesammelten Daten und den bereits bestehenden Kenntnissen haben Experten Karten erstellt, um das Energiepotenzial im Untergrund unserer Region zu bewerten. Diese Karten zeigen, dass insbesondere der Nürnberger Süden für die Energiegewinnung aus Erdwärme geeignet scheint.  

Auf dieser guten Grundlage haben wir beschlossen, unser Erdwärme-Projekt fortzusetzen. Hierfür sind aber noch weitere umfangreiche Analysen und Bewertungen des Untergrunds erforderlich. Unter anderem benötigen wir 2D-Seismik-Messungen mit Spezialfahrzeugen, für deren Einsatz wir derzeit die erforderlichen Genehmigungen einholen. 

© Bell Geospace

Rosinenbomber“ auf besonderer Mission

Ein Flugzeug, das in die deutsche Geschichte eingegangen ist, hat an der Zukunft der Energieversorgung in unserer Region mitgewirkt: Eine Maschine vom Typ Douglas DC-3, bekannt als „Rosinenbomber“ der Berliner Luftbrücke, hat die Region im April 2024 abgeflogen und dabei mehr als 2.500 Kilometer zurückgelegt.

Zu sehen war das Spezialflugzeug vor allem im Stadtgebiet von Nürnberg, aber auch in den Landkreisen Nürnberger Land, Fürth, Forchheim, Erlangen-Höchstadt, Roth, Neumarkt und Neustadt an der Aisch/Bad Windsheim. Ausgestattet mit modernster Technik sammelte die historische Maschine wichtige geophysikalische Daten über den Untergrund.

© Bell Geospace, Philipp_Prinzing

Unser Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme

Erdwärme ist ein Bodenschatz. Wer die Erdwärme nutzen will, muss sich in Deutschland an feste Regeln halten. Die Genehmigung für Untersuchungen in einem sogenannten „Erlaubnisfeld zur Aufsuchung von Erdwärme“ hat uns das zuständige Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie im Jahr 2023 erteilt.  

Das Erlaubnisfeld ist knapp 200 Quadratkilometer groß. Es umfasst das Nürnberger Stadtgebiet, streift aber auch die Stadt Fürth sowie die Landkreise Fürth, Nürnberger Land und Roth.  

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Ultraschall-Untersuchung des Untergrunds

Die Methode

Die Nutzung der Erdwärme ist abhängig von geeigneten Gesteinsschichten im Untergrund. Mit der 2D-Seismik, einer Art Ultraschall-Untersuchung für den Boden, machen wir uns auf die Suche nach diesen Schichten. Zum Einsatz kommen spezielle Messfahrzeuge (sogenannte Vibro-Trucks), die Schwingungen in den Untergrund schicken.

Diese Schallwellen werden von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich stark reflektiert. Von den an der Oberfläche verteilten Messgeräten, den sogenannten Geophonen, werden die reflektierten Schwingungen empfangen und gespeichert.

Die Methode der 2D-Seismik ist seit Jahrzehnten erfolgreich erprobt, auch in dichtbesiedelten Gebieten. Besonders überwacht werden die ausgesendeten
Schallwellen an den Gebäuden im direkten Umfeld der Messungen. So wird sichergestellt, dass die Schwingungen stets unterhalb der vorgeschriebenen Richtwerte bleiben.

Diese Schallwellen werden von den verschiedenen Gesteinsschichten unterschiedlich stark reflektiert. Von den an der Oberfläche verteilten Messgeräten, den sogenannten Geophonen, werden die reflektierten Schwingungen empfangen und gespeichert.

Nach dem Abschluss der Messungen sammeln wir die Geophone wieder ein. Die kleinen Geräte sind ungefährlich und nahezu wertlos, liefern unseren Expertinnen und Experten aber die unverzichtbaren Daten für unser Projekt.

© enerchange
Vibro-Trucks

Die Messungen

Die Vibro-Trucks fahren entlang von vorher festgelegten Messlinien. Alle 20 bis 40 Meter hält der Konvoi an, um Schallwellen in den Untergrund zu schicken. Vergleichbar mit einer Wanderbaustelle kommen die Vibro-Trucks nur langsam vorwärts, so dass es zu kurzzeitigen Verkehrsbehinderungen kommen kann.

In unmittelbarer Nähe der Spezialfahrzeuge sind die Schwingungen spürbar und die Motoren der Vibro-Trucks sind deutlich zu hören.

Bevor die Straßen und Wege befahren werden oder Grundstücke zum Auslegen von Geophonen betreten werden, holen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des von uns beauftragten Unternehmens GEOPS GmbH alle notwendigen Zustimmungen wie etwa Wegerechte ein. Auch alle relevanten Behörden (zum Beispiel für Tiefbau, Verkehr sowie Natur-, Wasser- und Denkmalschutz) werden von uns eingebunden.

Erkundungs-Korridore

Das Messgebiet

Aktuell sind sechs Messlinien mit einer Gesamtlänge von rund 110 Kilometern geplant. Der Streckenverlauf steht grob fest. Sensible Bereiche werden vorab begutachtet und umfahren oder es werden Anregungspunkte ausgelassen.

Die Messarbeiten starten voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2026 und dauern etwa vier bis fünf Wochen. Die Arbeiten umfassen das Platzieren von Geophonen und den Einsatz von Vibro-Trucks innerhalb der Erkundungs-Korridore.

© N-ERGIE

Wissen rund um Erdwärme

Erdwärme ist eine einfache, zuverlässige und klimafreundliche Energiequelle, die sich regional unterschiedlich gut nutzen lässt. Aber was ist Erdwärme genau, wo kommt sie vor und wie kann man Erdwärme zum Heizen nutzen?

  • Was ist Fernwärme?
  • Geothermie in Bayern: ein Überblick
  • So wird Erdwärme zur Heizenergie
  • Eine Energiequelle voller Vorteile
  • „Wir machen unsere Fernwärme-Erzeugung mit zahlreichen innovativen Projekten Schritt für Schritt noch klimafreundlicher. Neben dem Einsatz von Großwärmepumpen und dem Bau eines Altholz-Heizkraftwerk bietet vor allem die Tiefengeothermie ein großes Potenzial, das wir intensiv untersuchen und in Zukunft nutzen wollen. Mit unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie allen Projekt-Beteiligten treiben wir gemeinsam erfolgreich die Wärmewende voran. ”
  • „Die Nutzung von Erdwärme bietet die große Chance, unsere Stadt unabhängiger von fossilen Energieträgern zu machen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die N-ERGIE spielt dabei eine entscheidende Rolle als verlässlicher Partner, der mit Innovationskraft und Engagement die Wärmewende vorantreibt. Für die kommenden Schritte wünsche ich viel Erfolg, Mut und weiterhin eine starke Zusammenarbeit.”

Vorteile der Erdwärme

Nachhaltig und emissionsfrei

Diese Erdwärme steht unbegrenzt und jederzeit zur Verfügung. Bei ihrer Nutzung entstehen so gut wie keine Emissionen, was die Tiefengeothermie zu einer der umweltschonendsten Formen der Energiegewinnung macht.  

Jederzeit verfügbar – unabhängig von Wetter und Jahreszeit

Erdwärme ist rund um die Uhr nutzbar, egal es Tag oder Nacht ist, ob die Sonne scheint oder der Wind weht. So kann sie eine konstante Grundversorgung sicherstellen – eine Eigenschaft, die viele andere erneuerbare Energiequellen nicht in diesem Maß erfüllen können. 

Regionale Energie aus heimischem Boden 

Im Gegensatz zu Öl, Gas oder Kohle muss Erdwärme nicht importiert werden. Sie steht regional zur Verfügung. Das macht die Energieversorgung unabhängiger von internationalen Märkten und Krisen. Gleichzeitig entfallen lange Transportwege – ein weiterer Pluspunkt für den Klimaschutz. 

Langfristige Preisstabilität

Auch ökonomisch ist die Nutzung der Erdwärme attraktiv: Zwar sind die Investitionen in die Erschließung anfangs hoch, doch über die lange Betriebsdauer werden diese Kosten mehr als nur ausgeglichen. Über viele Jahre hinweg sorgt die Erdwärme für preisstabile Energie.  

Minimaler Platzbedarf  

Die Nutzung der Erdwärme benötigt wenig Platz. Im Gegensatz zu großflächigen Solarparks oder hohen Windkraftanlagen bleiben Natur, Siedlungsbild und Erholungsräume weitgehend unbeeinträchtigt. 

FAQ

Erdwärme allgemein
Was ist Erdwärme?

Erdwärme ist die im Erdinneren gespeicherte Wärme. Je nach Tiefe unterscheiden sich die Temperaturen stark: Durchschnittlich steigt in Deutschland die Temperatur um 3 Grad Celsius pro 100 Meter Tiefe. Im Erdkern werden Temperaturen von über 5.000 Grad Celsius vermutet.  

Woher kommt die Erdwärme?

Der größte Teil der Wärme im Untergrund hat sich bei der Entstehung der Erde vor rund 4,6 Milliarden Jahren gebildet und ist bis heute vorhanden. So strömt aus dem Erdkern ständig Wärme zur Oberfläche. Pro Tag strahlt die Erde etwa viermal mehr Energie ab, als wir Menschen verbrauchen. Trotz andauernder Abstrahlung in den Weltraum wird der Wärmevorrat nicht aufgebraucht, da ein großer Teil der Wärme laufend durch den natürlichen Zerfall radioaktiver Stoffe tief in der Erde erzeugt wird.  

Wo ist die Erdwärme verfügbar?

Theoretisch ist Erdwärme an jedem Ort der Erde verfügbar. Ob eine wirtschaftliche Erschließung der Energie aus dem Untergrund möglich ist, muss für jeden Standort einzeln untersucht werden. 

Was sind die großen Vorteile der Erdwärme-Nutzung?

Erdwärme ist rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr verfügbar. Im Gegenteil zu anderen erneuerbaren Energiequellen wie Solar- und Windkraft liefert die Geothermie unabhängig von Klima, Tages- und Jahreszeiten. Das macht die Erdwärme grundlastfähig und hilft, große Mengen an klimaschädlichen Emissionen einzusparen. 

Wie gelangt man an die Erdwärme?

Um die Erdwärme zu erschließen, werden Tiefbohrungen benötigt. An der Oberfläche kann die Erdwärme dann über Fernwärmeleitungen zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern transportiert werden. 

Zum Projekt Erdwärme Franken
Warum hat die N-ERGIE ein Erdwärme-Projekt gestartet? 

Um weiter unabhängig von Erdgas zu werden, möchten wir unter anderem herausfinden, ob in Zukunft die Erdwärme zur CO2-neutralen Wärmeversorgung der Stadt genutzt werden kann.  

Im Rahmen unseres Erdwärme-Projekts soll geklärt werden, ob die Gewinnung von Erdwärme in Nürnberg technisch und für die Umwelt unbedenklich realisierbar ist, welches für den geologischen Untergrund optimal geeignete System eingesetzt werden kann und wo sich die günstigsten Standorte befinden. Bei der Erkundung und Nutzung tiefer Geothermie arbeiten wir mit renommierten Experten zusammen. 

Wie schnell ist Erdwärme in Nürnberg verfügbar?

Das Erdwärme-Projekt der N-ERGIE ist komplex. Allein die Untersuchung des Erdwärme-Potenzials für Nürnberg kann mehrere Jahre dauern. Bis es überhaupt mögliche Probebohrungen geben kann, sind umfangreiche Voruntersuchungen erforderlich. Diese haben wir bereits gestartet. 

Im April 2024 war ein spezielles Flugzeug im Auftrag der NERGIE unterwegs und nahm mit Hilfe spezieller Ausrüstung die Beschaffenheit des Untergrunds unter die Lupe. Das Flugzeug hat das Stadtgebiet von Nürnberg und angrenzende Landkreise in einem Zeitraum von rund zehn Tagen linienförmig abgeflogen und vermessen. Mehr dazu können Sie in unserem Online-Magazin nachlesen. 

Wie ist der aktuelle Stand bei der Erdwärme-Erkundung?

Umfangreiche Voruntersuchungen und Analysen (unter anderem die Ergebnisse der geophysikalische Messflügen oder bereits bestehende geologische Kenntnisse der Region) haben ergeben, dass der Süden von Nürnberg am ehesten dafür geeignet scheint, um Erdwärme erschließen zu können.  

Gemeinsam mit renommierten Geothermie-Experten arbeiten wir daher weiter daran, das Gebiet für eine mögliche Probebohrung näher zu untersuchen und einzugrenzen. Zunächst sind weitere umfangreiche Analysen und Bewertungen des Untergrunds notwendig. Unter anderem stehen seismische Messungen mithilfe von Spezialfahrzeugen an, für die wir aktuell Genehmigungen einholen.  

Wie groß ist das Potenzial der Erdwärme in Nürnberg?

Im Idealfall könnte nach unseren Schätzungen eine fünfstellige Zahl an Haushalten über Erdwärme mit CO2-freier Wärme versorgt werden. 

Was wurde bei den Überfliegungen im Jahr 2024 gemessen?

Die Messung wurde von Bell Geospace geleitet und geflogen. Bell Geospace ist eines von weltweit drei Spezialunternehmen, die geophysikalische Erhebungen dieser Art durchführen.  

Ziel der Messung war es, geophysikalische Informationen über die Eigenschaften des Gesteins unter der Erde zu sammeln. 

Das Flugzeug war mit einer speziellen Technologie ausgestattet, die es ermöglicht, Schwerefelder zu erkennen und zu messen, die man sonst nicht sehen kann. Die Untersuchung sammelte Informationen zur Erstellung geologischer Karten. Diese Karten werden für die Bewertung des geothermischen Energiepotenzials in dem Gebiet verwendet. Ziel ist die Auffindung von geeigneten Gesteinen oder Schichten. 

Wie tief muss gebohrt werden, um Erdwärme zu finden? 

Die Untersuchungen stehen noch relativ am Anfang. Die Tiefe einer möglichen Bohrung ist abhängig von den Ergebnissen der Analyse des Untergrunds und der verwendeten Technik. Die tiefsten Erdwärme-Bohrungen in Bayern reichen bis in eine Tiefe von 5.000 Metern.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Ansprechpartner für das Erdwärme-Projekt: 

Projektleiter Dominik Maier  

E-Mail: erdwaerme-franken@n-ergie.de 

 

Zu den Seismik-Messungen
Warum finden die Messungen voraussichtlich nachts statt?

Die Seismik-Messungen finden voraussichtlich in der Nacht statt. Dafür gibt es zwei wesentliche Gründe: Zum einen wird der ohnehin starke Berufsverkehr in und um Nürnberg dadurch entlastet, was zugleich die Verkehrssicherheit erhöht. Zum anderen ermöglicht das ruhigere nächtliche Umfeld eine deutlich höhere Datenqualität, da zusätzliche Schwingungen, etwa durch LKW- oder Straßenbahnverkehr, weitgehend vermieden werden. Gerade dieser zweite Punkt ist für den Erfolg der Erkundung des Erdwärmepotenzials von Bedeutung.

Haben die Seismik-Messungen Auswirkungen auf Gebäude, Straßen oder die Umwelt?

Gebäude: Die 2D-Seismik ist ein seit vielen Jahrzehnten erprobtes, nicht-invasives Messverfahren, das bereits in zahlreichen Innenstädten wie etwa in München oder Münster erfolgreich eingesetzt wurde. Während der Messungen werden die Bodenschwingungen fortlaufend erfasst, um sicherzustellen, dass die Vorgaben der DIN 4150 zu Erschütterungen im Bauwesen eingehalten werden. Alle Schwingungen werden dokumentiert. Sollten die gemessenen Werte einen festgelegten Schwellenwert erreichen, der noch unterhalb dieser DIN-Norm liegt, wird die Intensität der Vibrationen umgehend reduziert. 

Infrastruktur: Bereits im Vorfeld der 2D-Seismik werden die Messstrecken in enger Abstimmung mit den Behörden so ausgewählt, dass sensible Infrastruktur wie Versorgungsleitungen nicht beeinträchtigt werden kann. Auch die Kampfmittelfreiheit entlang der Strecke wird vorab sorgfältig geprüft und sichergestellt. Sollten nach den Seismik-Messungen Schäden an Straßen oder Gebäuden gemeldet werden, übernimmt das von der N-ERGIE beauftragte Unternehmen, die GEOPS GmbH, die Dokumentation und Erfassung der Schäden. Im Bergrecht gilt bei Seismik-Messungen die Beweislastumkehr. Diese bedeutet: Bei einem angezeigten Schaden muss der Auftraggeber darlegen, warum der Schaden nicht von den Messungen ausgegangen sein kann. 

Tiere: Vor Beginn der Seismik-Messungen wird eine Artenschutzprüfung durchgeführt. Dabei wird geprüft, ob durch das Projekt artenschutzrechtliche Konflikte entstehen könnten, etwa während der Brut- oder Setzzeit. Die Prüfung benennt anschließend mögliche Schutz- und Vermeidungsmaßnahmen, an die sich die N-ERGIE halten muss. So kann es beispielsweise vorkommen, dass Messpunkte aufgrund von Fledermausquartieren verlegt oder ausgelassen werden müssen. Zudem werden Landwirtinnen und Landwirte sowie Pferdehalterinnen und -halter vorab informiert, damit sie ihre Tiere möglichst auf die Weide stellen können, da Nutztiere die Geräuschquelle in der Regel als weniger belastend empfinden, wenn sie sichtbar ist. 

Wie laut sind die Messungen?

Die Vibro-Trucks, die entlang der Strecke messen, erzeugen in etwa eine Geräuschkulisse wie ein benzinbetriebener Rasenmäher. Der Lärm ist jedoch nur vorübergehend, da die Fahrzeuge an jedem Messpunkt jeweils nur für rund 100 Sekunden aktiv sind und danach direkt zum nächsten Punkt weiterfahren. 

Wie sind die Messungen spürbar?

Die Vibrationen der Messfahrzeuge sind in der direkten Nähe der Fahrzeuge zu spüren. Die Vibrationen äußern sich durch ein spürbares Kribbeln in den Fußsohlen, wenn man neben den Fahrzeugen steht. Auch in Gebäuden, die direkt in erster Reihe an der Messstrecke stehen, können noch Vibrationen wahrnehmbar sein. Zusätzliche begleitende Messungen der Bodenschwingungen stellen sicher, dass die DIN 4150 (Erschütterungen im Bauwesen und Einwirken auf bauliche Anlagen) eingehalten wird. Bei kritischen Schwellenwerten wird die Intensität der Vibrationen umgehend reduziert. 

Wie erfahre ich, wann und ob die Trucks auch in meiner Straße fahren?

Sobald die genaue Messstrecke feststeht, wird diese hier auf der Webseite bekannt gegeben. Zudem werden Sie im Vorfeld informiert, wenn Sie entlang der Messstrecke liegen. 

Da die Messungen von den aktuellen Verkehrsverhältnissen abhängen, können die genauen Uhrzeiten im Vorfeld leider nicht festgelegt werden. Wir werden aber im Vorfeld über die Webseite, über Social Media und mit Postkarten die wenige Tage vor den Messungen entlang der Messstrecke verteilt werden, informieren.  

Bei Fragen können Sie uns gerne eine E-Mail schreiben an: erdwaerme-franken@n-ergie.de 

© N-ERGIE, Max Wiederhold
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Für Informationen zum Projekt Erdwärme Franken:

Projektleiter Dominik Maier
erdwaerme-franken@n-ergie.de